360° Fotografie und VR

Lernen Sie die Möglichkeiten der virtuellen Realität in der Fotografie kennen. Ich zeige Ihnen Schritt für Schritt wie Sie mit einer 360° Kamera nur mittels iPhone und THETA S 360° Bilder aufnehmen und dann das Nadirbild mittels Photoshop retuschieren können. Die so erstellten Bilder werden wir mit dem derzeit besten Tool für virtuelle Touren (krpano) zu einer virtuellen Tour zusammenstellen und die Panoramen miteinander verlinken, so dass am Ende eine finale virtuelle Tour zur Verfügung steht die im Webbrowser oder auch am Mobiltelefon sowie mit einer VR Brille mit Gyrosensoren arbeitet.

Die gezeigte Technik ist auch für die Arbeit mit Nodalpunktadaptern sowie auf die NIKON KeyMission 360 oder Samsung Gear 360 anwendbar.

Der Bereich der 360° Fotografie ist recht umfangreich, daher habe ich hier eine genauere Aufstellung aller technischer Möglichkeiten incl. zahlreicher Beispiele.

Info: Sie müssen für diesen Kurs nichts mitbringen. Gemeinsam erstellen wir Schritt für Schritt eine finale virtuelle Tour durch die Räumlichkeiten der VHS mit mind. 5 Panoramen. Falls Sie bereits eine 360° Kamera haben und auch schon mit krpano arbeiten, können Sie natürlich gerne Ihr Notebook mitbringen.

Termine

Mittwoch, 31.05.2017

360° VR Fotografie

31.05.2017, 18:30 – 21:30

VHS Altötting

Preise

1 Abend: 45 EUR

Wir sind bemüht, auch sehr spezielle Kurse anzubieten, die sich sowohl an Interessierte aber auch gewerbliche Kunden richten. Wir haben uns daher erlaubt, den Kursbeitrag bei einigen Themen anzuheben, um diesen auch bei nur wenigen Anmeldungen durchführen zu können. So kann dieser Kurs bereits ab 3 Teilnehmern stattfinden. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Inhouse Schulungen

Für unsere gewerblichen Kunden bieten wir alle Kurse auch als Inhouseschulung zu unseren regulären Stundensätzen an. Diese finden Sie unter Preise.

Buchungsanfragen hier.

Kursverlauf

Um eine virtuelle Tour erstellen zu können sind mehrere Schritte und Programme erforderlich. Im Grunde ist es recht einfach, jedoch müssen Hardware und Software verstanden werden.

1. Installieren der Kamera-App auf dem Smartphone

Bevor wir die Kamera mit dem Mobiltelefon verbinden können, ist die richtige App auf dem Smartphone zu installieren. hierfür liefern die meisten Hersteller bereits eine kostenfreie App mit, jedoch heißt das nicht automatisch daß dieses die beste App ist. So lassen sich z.B. mit der Theta S bessere Aufnahmen erzielen wenn man eine zusätzliche HDR Software installiert. RAW kann bisher leider keine der kleinen 360° Kameras, daher müssen wir alles aus der vorhandenen Technik rausholen. Besonders interessant ist die zusätzliche Software bei Innenräumen und statischen Motiven aller Art.

2. Koppeln der Kamera über WLAN

Alle 360° Kameras sollten über eine WLAN Verbindung verfügen, so dass die Kamera selbst einen AdHoc-WLAN-Hotspot zur Verfügung stellt. Das WLAN ist an der Kamera zu aktivieren (bekannte Technik ähnlich der GoPro Kameras).

Am Mobiltelefon ist dieses WLAN nun über die WLAN-Einstellungen anzumelden. Das Passwort besteht oftmals aus dem WLAN-Namen. Evtl. muss man hier einmal in der Anleitung nachlesen.

Ist die Verbindung erfolgreich, kann die Kamera über das Smartphone bedient werden. Das ist besonders nützlich, da so auch Aufnahmen erstellt werden können, in denen wir selbst nicht im Bild sind. Eine Live-Vorschau sollten gute Kameras in jedem Fall übertragen können.

3. Aufnahme der Bilder

Die eigentliche Aufnahme ist sehr einfach und dauert meist nur wenige Sekunden. Jedoch brauchen wir unbedingt ein Stativ, das es so noch nicht wirklich fertig zu kaufen gibt. Meist ist ein bisschen Bastelei erforderlich bis aus einem Selfiestick und Verlängerungen ein sehr kleines, mobiles Stativ entsteht. Dank sehr geringer Naheinstellungsgrenzen von nur 10cm sind Aufnahmen möglich, wie diese mit einem Nodalpunktadapter kaum möglich wären. Ebenso entfällt das Stitching in ptGui, was das ganze wirklich extrem schnell macht.

3. Übertragen der Bilder auf den Rechner

Die Bilder gelangen nicht automatisch auf das Mobiltelefon, oft sind diese auf der Kamera gespeichert, daher gilt es zu überlegen ob die Bilder direkt von der Kamera geladen werden oder direkt vom Mobiltelefon.

Im Falle von bereits verrechneten HDR Panoramen können diese ausschließlich vom Mobiltelefon geladen werden, weshalb evtl. noch Software zur Übertragung von Bildern auf den eigenen Rechner bzw. auch ein Kabel zur Übertragung erforderlich sind.

4. Umbenennen der Bilder

Um später die Bilder einfach miteinander verlinken zu können empfehle ich die Bilder umzubenennen und einen Plan zu erstellen. Damit ist es dann einfach auch viele Panoramen miteinander zu verlinken. Außerdem werden die Namen auch in krpano verwendet, daher ist auf eine ordentliche Dateistruktur zu achten.

5. Die Bilder bearbeiten

Die Bearbeitung der Bilder in unbedingt erforderlich, da sich ansonsten im Bodenbild das Stativ befindet, außerdem können so noch chromatische Fehler, Schärfe und Störungen im Bild minimiert werden.

Am einfachsten geht die Korrektur in Photoshop, da hier sehr spezielle Filer wie Polarkoordinaten und Versatz erforderlich sind. Evtl. lohnt sich auch die Aufnahme von Aktionen um diesen Schritt zu beschleunigen.

Das fertige Bild ist dann in guter Qualität als JPG in einem eigenen Ordner zu speichern.

6 Erstellen der Tour in krpano

Sind alle Bilder umbenannt und bearbeitet sind diese nun an einem Programm zur Erstellung von virtuellen Touren zu übergeben. Das beste derzeit zur Verfügung stehende Programm dürfte krpano sein, da es die Tour sowohl in Flash als auch HTML5 vollautomatisch erstellen kann. Jedoch gibt es hierfür keine Gui, sondern lediglich Tools, die auf Kommandozeilen basieren.

Aber keine Angst es reicht, die fertigen Bilder auf ein Icon zu ziehen und schon verwandelt sich der Panoramastapel in eine echte virtuelle Tour mit allen Möglichkeiten. Dabei können sowohl Einzelbilder als auch MultiRes Panoramen erstellellt werden, die Bilddaten in Fragmenten nachladen.

Das hört sich jetzt komplizierter an als es ist. Also keine Angst vor der Software.

7. Verlinken der einzelnen Bilder über Hotspots

krpano stellt nach Fertigstellung der Tour auch einen visuellen Editor zur Verfügung, der es erlaubt, einen oder mehrere Hotspots zu setzten und diese mit anderen Bildern zu verlinken, so entsteht die Virtuelle Tour wie wir es von Hotels etc... gewöhnt sind.

8. Sonstiges

Jetzt ist unsere Tour bereits voll Einsatzfähig und auf allen nur erdenklichen Endgeräten lauffähig. Eine XML basierte Konfigurationsdatei erlaubt uns aber nun, frei in der Tour zu programmieren.

Das lernen wir sicher nicht an einem Abend, aber es gibt viele fertige Codebeispiele, die mit etwas Ehrgeiz sicher auch in eigene Projekte eingebaut werden können.

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