AI Music Production Workflow

Vom KI-Song zum fertigen Produkt

Hier eine Liste der zu erledigenden Arbeiten, bis ein Titel weltweit auf allen Streaming-Portalen zur Verfügung steht am Beispiel des eigenen Labels nuonu „NEW ON YOU“, der früher als unser Bandname diente und jetzt für unsere KI Produktionen verwendet wird. In den Beispielen hört ihr verschiedene Ideen mit deutschen, englischen Texten, Instrumental…

1. Songidee

Klassisch oder über ChatGPT und Co.

Erstelle einen treffenden Text (Lyrics), der sich nach den Bausteinen des Songs orientiert, also Verse, Chorus, Bridge.

Achte darauf, dass keine wiederkehrenden klassischen KI-Phrasen enthalten sind. Ein guter Text wird noch während der Produktion mehrfach angepasst, damit er in die Songstruktur passt.

2. Erstellung eines Songs

Klassisch im Studio (Recording) oder mit KI in Suno, Udio und Co.

Das ist der einfachste Teil (der Spaß macht, egal ob im Proberaum oder vor dem Rechner). Bei KI muss man darauf achten, dass genau das gesungen wird, was auch im Text steht. Das ist leider nicht immer der Fall. Meist muss man über „extend“ die Titel ab einer bestimmten Stelle erweitern. Das Ende des Songs ist für Suno 3.5 ein Problem. Hier lohnt der Wechsel zu Version 3, nur notfalls geht auch ein Fade-Out. Suno erstellt aus meiner Sicht die besseren Kompositionen, UDIO ist dafür etwas cleaner. Beide werden sich schnell weiterentwickeln, daher lohnt es, sich über die Fortschritte zu informieren.

3. Mastering

Die Songs sind leiser und weniger präsent als Radiotitel. Die Lautstärke wird in LUFS angegeben und sollte zwischen 12 und 14 liegen. Hier braucht man ein Audioprogramm wie Logic und um KI-Rauschen zu minimieren, EQ um die Tiefen anzupassen und mehr Präsenz zu erreichen, und schließlich auch das eigentliche Mastering, das die Titel lauter macht. Hierfür verwende ich auch Isotope RX11. Es gibt mehrere KI-Plug-ins, die KI-Titel qualitativ besser machen.

4. Export als WAV und MP3

Anfang und Ende etwas Luft lassen, ohne Dithering.

5. Fotos für Album-Cover erstellen

Klassisch oder über KI-Tools wie Midjourney, Dall-E3, Firefly etc. Für ein Video können auch mehrere Bilder generiert werden, die zum Thema passen.

6. Upscaling der Cover und Videobilder

KI-Bilder müssen hochskaliert werden. Das geht am besten mit Topaz Gigapixel, aber auch Lightroom etc. bietet solche Funktionen.

7. Album-Cover entwerfen

Album-Cover werden in mindestens zwei Versionen gebraucht: 1:1, 16:9 für YouTube, Social Media. Überlegt euch einen Bandnamen, aber auch einen treffenden Titel. Der Bandname ist idealerweise als PNG-Logo vorhanden, so kann er für weitere Titel einfach eingefügt werden. Speicherung erfolgt immer mit Bandname – Titel.jpg.

8. MP3Tag Generator

In WAV und MP3s sollte man Titel, Interpret, Albumcover etc. hinterlegen. Diese werden auch auf verschiedenen Endgeräten angezeigt und sind daher wichtig.

9. Musikvideo erstellen

YouTube und soziale Medien sind wichtig und erlauben es, deine Musik samt Text (evtl. mit Untertiteln) den Zuhörern zu präsentieren. Je mehr Songs man hat, desto wichtiger wird auch eine eigene Playlist für deine „Band“. So können Zuhörer auch andere Titel von dir entdecken.

10. Distribution und Vermarktung

Der letzte und wichtigste Schritt ist das Streaming und der Verkauf auf allen gängigen Plattformen. Ich empfehle hier Feiyr, da es aus der Region ist und einen super Support hat. Ihr gebt hier eure Daten und Bankverbindung an und könnt dann ein Label anlegen und eure Titel hochladen und veröffentlichen.

Erfolg:

Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr einen Song „schreibt“, der erfolgreich ist, wird sehr gering sein. Die Kosten halten sich aber insbesondere bei KI auch in Grenzen. Suno alleine reicht sicher nicht, daher sollte man sich keine großen Hoffnungen machen, zumal die Werbung für einen Song heute meist nur über virale Hypes möglich ist. Wenn euer Song aber schon mal in den Suchen auftaucht und gestreamt werden kann, dann ist das ein erster wichtiger Schritt.

Kosten:

Einmalig wird man ca. 1000 EUR in die Hand nehmen, um Software wie Logic, Isotope, MP3 Tag etc. zu kaufen und dann noch Abos für Suno, Adobe, Topaz, Midjourney und Co. abschließen müssen. Damit sind die Kosten und der zeitliche Aufwand deutlich geringer als beim lernen eines Musikinstruments.

Fazit:

Als Musiker oder auch KI-Musiker unterscheidet sich das Ganze nicht. Lediglich muss man bei KI kein Instrument lernen oder selbst singen.

Ideal ist das Ganze für Hintergrundmusik, da diese lizenzfrei erstellt und verwendet werden kann. Man legt sich in ein paar Monaten einen eigenen Pool an Musiktiteln an.

Komposition oder KI-Generierung hat erstmal nichts mit Live-Auftritten zu tun. Diese sind nach wie vor den Musikern vorbehalten. Aber auch diese werden die Möglichkeiten des einfacheren Textens gerne verwenden bzw. werden in ihren Veröffentlichungen ähnlich vorgehen wie ich.